Sonderbericht Musiktruhe Loewe-Opta, Stockholm-Stereo , Type 6801W.

Der gute Norman F. aus O. hatte schon eine andere Truhe bei mir zur Instandsetzung (Bericht von August 2024, Tonfunk Violetta W532). Und wie damals, gab es auch hier wieder jede Menge Sonderwünsche. Welche ich natürlich gerne erfülle! Dabei sei erwähnt - alles ist 100% reversibel!

Diesmal gab es bei der Radioinstandsetzung keine besonderen Vorkommnisse. Die üblichen Kondensatoren, ein neuer Gleichrichter, einige neue Röhren, fertig.

Daher geht's heute mal vorzugsweise um das nicht alltägliche. Doch, eins muss vorher noch erwähnt werden. Chassis und Trafo befinden sich getrennt im Gehäuse. An sich nicht ungewöhnlich. Aber was sich der Designer dabei gedacht hat.... Um die Trafoeinheit ausbauen zu können, muß das Gehäuseoberteil komplett vom Fußteil getrennt werden. Denn unter den Streben des Unterteils, liegen versenkt die Befestigungsschrauben des Trafos. Wer macht denn so was...?

Und wie so oft, das vermeidlich einfache bringt einen auf einmal ins Schwitzen. Leider hatte der Lautsprecherstoff auf einer Seite ein kleines Loch. Also wollte Norman gerne einen neuen Bezug. Was ein Aufwand...

Die Lautsprecher selbst sind im nu abgeschraubt. Nur sind diese nicht einfach an der Gehäusewand montiert, sondern auf ein separates, dünnes Brett. Dieses wiederum ist mit der Front vernagelt und verklebt. Beide Seiten zerstörungsfrei herauszubekommen hat gefühlt ewig gedauert.

Aber letztendlich war alles gutgegangen. Der neue Stoff konnte verklebt werden. 

Und das Ergebnis war dann auch sehr zur Zufriedenheit des Kunden.

Wie bei Truhe Nr.1 sollte auch hier einiges an "Zubehör" installiert werden. Beginnen wir mit der zusätzlichen Tastenbeleuchtung. Hier wurde ein LED Streifen installiert. Gesteuert über einen 12 Volt Trafo mit 15 Watt. Dieser Streifen hat nur eine Leistung von 2,5 Watt und es gibt keine erwähnenswerte Wärmeentwicklung.

Als weitere Zusatzbeleuchtung gab es noch einen weiteren, gut getarnten LED Streifen im Plattenspielerfach. Dieser, mit ca.7,5 Watt, wird ebenfalls von obigem Trafo versorgt. Der Trafo selbst ist eingangsseitig so angeschlossen, das er noch vor dem Radiotrafo sitzt und trotzdem mit dem Radio ein/aus schaltet. Das Netzteil wird so nicht zusätzlich belastet. Die Beleuchtung selber wird über einen ebenfalls zusätzlich installierten Schalter geschaltet. Mit öffnen des Deckels schaltet sich das Licht ein, mit schließen wieder aus.

Und der Kunde liebt Details. So gab es noch ein textilummanteltes,  goldfarbenes Netzkabel mit einem ebenfalls goldfarbenen Schnurschalter und Stecker. Das Originalkabel hatte noch unmittelbar vor dem radiointernen Schalter eine gesonderte Abschirmung. Dies wurde auch nach dem Kabelwechsel natürlich so beibehalten.

Eine Besonderheit gab es dann doch leider noch beim Plattenspieler. Hier verbaut ist ein Dual 300A. Und wie fast alle Spieler dieser Zeit, ist auch dieses mit einem Kristallsytem ausgestattet. Der große Nachteil dieser Systeme ist, dass Sie gerne Feuchtigkeit aufnehmen. Und das führt dann unweigerlich dazu, dass der Kristall sich schlicht auflöst. So leider auch hier. Kaum zu glauben, aber auch dieses Problem ist lösbar. Ein neuer Kristall wird gefertigt und ersetzt dann den alten. Der Tonabnehmer spielt dann wieder wie neu. Ich gebe unumwunden zu, das dass meine Möglichkeiten übersteigt. Daher lasse ich solche Tonabnehmer extern reparieren. Schön das es noch weitere Liebgaber gibt, die viel Sachkenntnis und Zeit investieren um unsere alten Schätzchen zu retten!

Es gab dann auch noch Bluetooth und zwei orangefarbige Skalenbirnchen. Natürlich kann man fragen, braucht es das alles? Aber letztendlich ist "haben" doch immer besser als "brauchen"😉. Der gute Norman hat unzweifelhaft seinen ganz eigeben Stil und klare Vorstellungen vom Ergebnis. Und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen. 

Bericht Ende.


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