1. Selbstbau einerRahmenantenne
2.Instandsetzung Abgleich-Sender Grundig 6031
3. Instandsetzung Prüf- und Messtafel NG 30, Fa. Knecht
Selbstbau einer MW Rahmenantenne
- Funktionsweise: Der Schwingkreis tauscht Energie zwischen dem magnetischen Feld der Rahmenspule und dem elektrischen Feld des Kondensators aus.
- Resonanzfrequenz: Durch Verändern des (Dreh)Kondensators wird die Antenne auf die Eigenfrequenz eines bestimmten Senders abgestimmt. Heißt, wenn am Radio die Frequenz geändert wird, muß auch der Drehkondensator entsprechend nachgeregelt werden. Wenn die Konstruktion funktioniert, hört man eindeutig wann der Drehko in richtiger Stellung steht.
- Empfang: Das magnetische Feld der elektromagnetischen Welle induziert in der Spule eine Spannung, die bei Resonanz maximal wird.
- Vorteil: Die Rahmenantenne empfängt hauptsächlich magnetische Feldanteile, was sie im Vergleich zu Stabantennen weniger störanfällig macht.
Das war jetzt eindeutig genug trockene Theorie.
Instandsetzung Abgleich-Sender Grundig 6031
Ich habe lange nach einem zumindest noch äußerlich sehr gut erhaltenem Abgleich-Sender gesucht. Und ich hatte mich wirklich verbissen in ein AS2 von Grundig. Was die Suche nicht einfacher machte. Und dann stieß ich auf diesen Grundig 6031. Aber das ist doch kein AS2..... doch, eigentlich schon. Über die Jahre gab es diverse Weiterentwicklungen (andere Röhrenbestückung, u.a.) Mein 6031 besitzt die Röhren EL84, ECC81, ECC85 und stammt aus dem Jahr 1956. 6031 scheint wohl die Grundig Teilenummer zu sein. Ich vermute mal es handelt sich um eins der ersten Geräte dieser Serie und erhielt später die Bezeichnung AS2 (Abgleich-Sender2). Äußerlich unterscheiden sich der AS2 und der 6031 nicht und machen letztendlich auch das selbe.
Wie auch immer, die alte Technik einfach mal ungeprüft ans Netz nehmen, besser nicht. Also zunächst mal reinschauen und ermitteln was da so los ist. Das ganze ist überschaubar. Aber erwartungsgemäß gab es auch hier einige Papierwickel Kondensatoren, welche in jedem Fall ausgetauscht gehören und den Schmutz der Jahrzehnte. Besonders zwei 4700pF C am Eingang als Entstörkondensatoren.
Also inkl. aller Elkos ein mal erneuert. Ebenso ein bereits mal sehr heiß gewordener Widerstand. Ebenso war die ECC85 verbraucht und wurde ausgetauscht. Der gezeigte Styorflex Kondensator wurde übrigens nur gewechselt, da leider ein Anschlußdraht bündig am Wickel abgebrochen ist. Schade....
Der Weg dahin ist mit etwas Zerlegearbeit verbunden. Das Innenleben ist einfach nach entfernen einiger Schrauben rauszuziehen. Um dann an die Kondensatoren zu kommen, muß jedoch auch die Skala demontiert werden. Ist aber auch recht einfach möglich.
Nach Austausch:
Letztendlich waren es nur wenige Stunden Arbeit. Das Innenleben war/ist komplett vollständig und sehr gut erhalten. Alle Funktionen sind gegeben und auch äußerlich gibt es keine Macken. Alle Knöpfe sind bruchfrei und selbst das Gehäuse ist ohne Kratzer und Beulen und strahlt nach Reinigung fast wie neu. Es wird mir ein Fest sein damit zu arbeiten. Das war ein super Kauf!
Bericht Ende.
Prüf- und Messplatz NG 30
Ich habe einen sehr schönen Regel-Trenn-Transformator Grundig RT 5A, welcher allerdings auch täglich im Einsatz ist. Und für den Fall der (unwahrscheinlichen) Fälle, hatte ich jedoch keinen Ersatz. Auch hier suchte ich lange ein Gerät zur Reserve. Und mußte feststellen, die Preise die für ähnliche 40, 50 Jahre alte Trenntrafos aufgerufen werden sind unverschämt. Dann stieß ich irgendwann auf diese "Prüf- und Messtafel". Auch noch in der Nähe, so das die Abholung kein Problem war.
Eine kurze Vorführung beim Verkäufer ergab, die Zeiger der Anzeigen hängen etwas, aber es war Leben drin. Reichte mir zunächst, wird ja eh noch durchgecheckt bevor es genutzt wird. Ach Du meine Güte.....
Zu Hause also Rückwand ab. Leichter Schmorgeruch. Trafo/Anzeigenseitig alles ziemlich mit grau/schwarzem Film überzogen. Nach genauerem Hinsehen und letztendlich dem Ausbau des ganzen Rummels, dann das:
Damit hatte ich ja mal gar nicht gerechnet. Und mich auch ziemlich gewundert, wie das passiert sein kann. Aber ich vermute folgendes. Hinter dem Trafo und sehr nahe dem Drehschalter, lag eine dicke Eisenstange im Gehäuse. Offensichtlich gab es mal eine Vorrichtung in Form eines Schwenkarmes, welcher von oben durch eine Öffnung durchgesteckt werden konnte. Wofür auch immer und vielleicht sogar etwas nachträglich konstruiertes. Jetzt denke ich mal besagte Eisenstange ist einfach mal irgendwann durch die Öffnung gerutscht und hat am Drehschalter ziemlich fatale Stromverbindungen geschaffen. Da war seinerzeit sicher mal kurz Stimmung in der Werkstatt....
Alle Leitungen zum Drehschalter kommen direkt aus dem Trafo. Komplett erneuern geht also nicht. Also alle Zuleitungen am Drehschalter abgelötet, neu isoliert, den Schalter selbst gründlich gereinigt und alles neu wieder angelötet.
Ansonsten gab es das erwartbare. Eine kreative Zugentlastung des Netzkabels, ein Netzstecker der innerlich nicht mehr viel hielt und die alten Gummipuffer des -sehr schweren- Trafos zerbröselten einfach. Wurde natürlich ebenfalls alles erneuert.
Dann war es vollbracht. Alles wieder zusammengebaut und Probebetrieb. Alles funktioniert wieder einwandfrei. Der Drehschalter schaltet in 14 Stellmöglichkeiten mit ca. 17 bis 20 Volt pro Schaltschritt bei Wahlstellung 250 Volt. Es kann gewählt werden zwischen einem Stellbereich bis 130 Volt oder bis 250 Volt. Sehr schön hier - es gibt eine Wattanzeige. Nur eine der vorhandenen Steckdosen ist "Trennsicher" alle anderen sind nicht geerdet. Aber dies ist vorbildlich mit kleinen Hinweisschildern beschriftet. Und es gibt sogar einen integrierten Lautsprecher.
Es wird aber wohl ein Reservegerät und hauptsächlich ungenutzt bleiben. Vielleicht schaffe ich aber auch mal etwas Platz auf meinem Werktisch und tausche mal Grundig gegen Knecht. Mal sehen....
Bericht Ende.

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